#11 Experimente im Orbit: Space-Biotech eröffnet neue medizinische Wege - mit Maria Birlem (CEO, YURI Gravity)

Shownotes

Petra Becker spricht mit Maria Birlem, Gründerin und Geschäftsführerin von YURI Gravity, über Forschung in der Schwerelosigkeit und die Vision, medizinische Innovationen im All voranzutreiben. YURI Gravity bringt Experimente auf die Internationale Raumstation (ISS), um unter Mikrogravitation organische Zellstrukturen zu züchten. Das langfristige Ziel besteht darin, neue Wege in der regenerativen Medizin und Organforschung zu eröffnen. Aber warum funktioniert Forschung unter Weltraumbedingungen? Und warum eröffnet gerade die Schwerelosigkeit völlig neue Möglichkeiten für die Biotechnologie?

Im weiteren Verlauf des Gesprächs geht es um die unternehmerische Realität hinter der Vision: Wie finanziert sich ein Space-Biotech-Startup und welche Rolle spielen dabei Investoren, Förderprogramme und erste Aufträge?

Ein interessanter Austausch über wissenschaftliche Pionierarbeit, unternehmerischen Mut und den Weg von einem jungen Startup hin zu einem Unternehmen, das durch kontinuierliche Partnerschaften und Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und Industrie nachhaltig wächst.

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Transkript anzeigen

00:00:01: Willkommen bei Future Edits Best, dem Podcast für Visionäre, Macher und alle, die die Wirtschaft neu denken.

00:00:09: Ich bin Pietra Becker, Direktorin bei Atreus und spreche mit den mutigen und kreativen Köpfen, die schon heute an der Zukunft bauen.

00:00:18: Innovativ, inspirierend und vorausschauend.

00:00:23: Ich freue mich, dass ihr hier seid.

00:00:29: Heute bei mir zu Gast im Podcast.

00:00:30: Maria Bialem, Co-Founderin und CEO von Yuri.

00:00:34: einem Space Biotech Startup mit der Vision for a Better Life.

00:00:39: Maria, ihr forscht in der Mikro-Kavitation und der Herstellung, also als Vision, dann im Long Run von menschlichen Organen im Weltraum.

00:00:51: Und

00:00:51: ihr seid mehrfach im Jahr mit euren Laboren im Weltall.

00:00:56: Doch ich will nicht zu viel verraten.

00:00:59: Liebe Maria, magst du dich unseren Zuhörern kurz vorstellen?

00:01:02: Du warst ja zuvor bei Airbus als Ingenieurin und hast dich dann mit Freunden, Kollegen selbstständig gemacht.

00:01:08: und erklär uns aber auch, was ist Mikro Gravitation für Biotec und was macht es wertvoll für uns hier auf der Erde?

00:01:17: Liebe Maria, wär schön, wenn du dich kurz vorstellst und erzählst, was ihr so macht bei euch hier.

00:01:21: Danke, Petra.

00:01:23: Ja, ich bin Maria Dürlem, ich bin Geschäftsführerin von Juri.

00:01:28: Und Juri ist jetzt circa sechsenhalb Jahre alt und ähm, genau.

00:01:36: Alter sage ich nicht, kurz über vierzehn, ich hab drei Kinder.

00:01:38: Ich glaub, es reicht zur Vorstellung.

00:01:41: Ich komme aus dem technischen Bereich, hab Luft- und Raumvertechnik studiert.

00:01:45: Und was wollte ich noch sagen?

00:01:47: Juri, kurz vorstellen.

00:01:48: Wir bringen Experimente in die Schwerelosigkeit.

00:01:52: Und die Schwerelosigkeit, also es sind vor allem Bio-Experimente.

00:01:55: Und Schwerelosigkeit bringt... ganz andere Konditionen, bessere Konditionen, um biologische Systeme, Lebewesen zu erforschen, Krankheiten zu erforschen, Medikamente herzustellen.

00:02:10: Okay.

00:02:10: Und wie seid ihr auf die Idee gekommen, Maria?

00:02:13: Magst du da was dazu vorraten?

00:02:14: Weil ich glaube, ihr seid ja auch so nukleos aus Airbus raus, oder?

00:02:17: Ja, genau.

00:02:20: gerade meinen Mitgründer Chris und ich.

00:02:22: Wir sind damals mit noch zwei weiteren oder mit einem noch aus Airbus raus und einen dazu, der schon mal gegründet hatte.

00:02:30: Wir hatten bei Airbus haben wir schon an Minilaboren für die Raumstation gearbeitet.

00:02:37: Damals aber mit einem nicht so sehr kommerziellen Konzept, sondern da wurde für jedes für jedes Projekt neu gefertigt, neu designt, alles neu und wir wollten das Nachhaltiger gestalten und hatten eine Business-Idee, die einfach ja sehr vielversprechend klang und haben das mit Erbis zusammen versucht zu besprechen.

00:02:55: In einem Großkonzern war das sehr schwierig damals und es hat dann mit Erbis zusammen die Ausgründung nicht funktioniert.

00:03:02: und dann, da wir auch nicht wirklich Assets oder Hardware mitnehmen.

00:03:07: sondern quasi nur unsere Idee und das Netzwerk haben wir dann kündigt und haben einfach unseren Laden aufgemacht.

00:03:15: Okay, das heißt, ihr macht heute kleine Labore, die dann mit einem Weltraum unternehmen wie SpaceX.

00:03:23: ins Weltall auf die ISS fliegen und dort macht ihr Versuche, oder?

00:03:27: Kann man sich das so vorstellen?

00:03:29: Genau.

00:03:29: Wir bieten vor allen Wissenschaftlern, Agenturen, Biologen oder auch Pharma-Konzernen einen Labor in der Schwerelosigkeit an.

00:03:38: Wir übernehmen Transportorganisationen, Administrationen, reden mit SpaceX oder anderen Implementationspartnern mit der NASA, mit der ESA.

00:03:47: Also es kommt immer darauf an, mit wem wir dann fliegen.

00:03:49: Zurzeit geben wir noch auf die ISS, genau, weil so für andere Möglichkeiten gibt es noch nicht.

00:03:55: Aber wir arbeiten auch an zukünftigen Räumen und Raumstationen für Labore.

00:04:01: Ah, klasse.

00:04:02: Und wie seid ihr da drauf gekommen?

00:04:04: Was war eure Motivation, das zu machen?

00:04:07: Wir hatten diese Idee, dass es einfach besser, schneller, einfacher funktionieren kann.

00:04:12: Und hatten auch bei Airbus damals schon Innovationsgelder eingesammelt und haben Innovationen vorangetrieben.

00:04:19: Und jetzt ging es bis zu einem bestimmten Punkt und dann ging es leider nicht weiter.

00:04:22: Und da haben wir gesagt, wir waren in einem Alter, wo wir gedacht haben, wenn wir es jetzt nicht probieren, dann brauchen wir es auch nicht mehr probieren jetzt.

00:04:29: Probieren wir es und dann sehen wir schon, ob es funktioniert.

00:04:31: Also wir hatten tatsächlich eine Business-Idee, hinter der wir standen und wir waren natürlich auch so ein bisschen angefixert und wir dachten, warum probieren wir das nicht?

00:04:39: Und das war sowieso gerade in so einem Umschwung aus Amerika schwappte darüber, dass es viele Start-ups gibt, die sich junge Leute, die einfach motiviert und innovativ arbeiten, Sachen schnell entscheiden, schnell umsetzen und einfach auch neue Sachen reinbringen.

00:04:55: Und das fing dann in Deutschland an.

00:04:57: Und wir sind einfach auf diesen Zug aufgesprungen und haben ja Juri gegründet.

00:05:02: Und ich frag mal so jetzt für ein Line, wieso muss man mit Labore da ins Weltall?

00:05:08: Das könnte man auch hier machen.

00:05:09: Was ist der große Vorteil für uns hier oder für euch bei den Versuchen?

00:05:14: Warum macht man das?

00:05:14: Das ist ja bestimmt auch kommerziell sehr aufwendig.

00:05:17: Also es ist natürlich echt weit weg und auch teuer und aufwendig da hoch zu gehen oder dahin zu fliegen.

00:05:26: Auf der anderen Seite bringt es allerdings eine Umgebung, die so viele Vorteile auch bringt für biologische Systeme, für Lebewesen, aber auch für materialwissenschaftliche Systeme, um einfach Sachen herauszufinden, die man im All anwenden kann, aber die man vor allem auf der Erde anwenden kann.

00:05:47: Also es geht um Pflanzen, die in furchtbar harschen Gegenden auf der Erde wachsen können zum Beispiel.

00:05:56: Man kann Krankheiten besser bekämpfen, Medikamente herstellen und da ist die Umgebung im All einfach sehr vorteilhaft auf der einen Seite.

00:06:05: Also ich erkläre es mal gerne an einem Beispiel.

00:06:07: Zellen, also wir wollen ja aus Stammzellen Organe drucken oder züchten im All.

00:06:13: Und man kann grundsätzlich einen Herz wachsen lassen aus Stammzellen.

00:06:18: Und das kann man auch theoretisch auf der Erde im Labor.

00:06:21: Aber da in der Petrischale wachsen diese Systeme nur in zwei Richtungen.

00:06:25: Das heißt, die wachsen flach und werden von der Schwere runtergedrückt.

00:06:29: Man kann Stützstrukturen drumherum bauen.

00:06:31: Aber die sind aus Kunststoffen.

00:06:33: Die muss man im Nachhinein irgendwie wieder versuchen, rauszukriegen, also mit Chemikaien behandeln.

00:06:38: Also leuchtet ein.

00:06:39: Das ist einfach total schwierig und nicht wirklich gut.

00:06:42: Und im All.

00:06:44: wachsen, zählen und und und biologische Systeme einfach in drei Richtungen und man hat auch keine Stützstrukturen und es wächst alles automatisch schon richtig und wächst einfach perfekt und und viel besser.

00:06:56: Okay, das heißt, ihr habt für dieses Thema also dann auch später, wenn man das herstellen möchte, also verstehe ich dich richtig, ihr sagt in der Vision, ihr wollt später mal im Weltall dann ein Herz, eine Leber, Milz etc.

00:07:07: bauen oder herstellen.

00:07:11: Ja, also unsere tatsächlich sehr ferne Vision, glauben wir, es ist schon noch weit weg, aber das wäre so das, was ich wir als Vision haben.

00:07:22: Also wir möchten gerne Biotec-Produkte im All herstellen, also wirklich nicht nur forschen, sondern auch Sachen produzieren für die Erde, um hier ein besseres Leben zu verwirklichen.

00:07:33: Und es ist einfach... Also ich persönlich glaube und wir haben so ein paar Vorstudien und Grund-Experimente, so Basis-Experimente gemacht, in denen sich zeigt, dass Strukturen sich verbinden automatisch im All zu kleinen Organen, zu Organoiden und einfach sich vernetzen und dass das funktionieren kann.

00:08:01: Man muss es natürlich probieren, es ist noch nicht passiert, also man hat es auch noch nicht probiert im All, aber Ja, das wäre so unsere große Vision.

00:08:09: Okay, super.

00:08:10: Und ich glaube, ihr seid mit der großen Vision nicht alleine.

00:08:13: Es gibt mehr, die sich da auf den Weg machen

00:08:15: momentan.

00:08:16: Also es gibt auf jeden Fall immer mehr Firmen, die Experimente in Schwerelosigkeit anbieten, die auch anfangen Maschinen oder Apparaturen zu bauen.

00:08:30: Aber mit dem Service, mit Hardware dahinter sind wir noch ziemlich... Also viele... Propagieren natürlich oder sagen, dass sie Sachen mit hochbringen oder den Service anbieten.

00:08:40: Aber wir sind der Meinung so weit, wie wir sind sie noch nicht.

00:08:43: Also die müssten dann schon weiter vorne noch anfangen.

00:08:46: Okay.

00:08:47: Ja, das heißt, ihr seid ja so weit, dass so ein Experiment fast in real time hiermit auf der Erde beobachtet werden kann oder im Austausch ist oder wie darf man sich das vorstellen, das Labor fliegt auf die ISS und dann wird es von jemandem, von einem Astronauten entgegengenommen.

00:09:06: Und woher weiß der, was er tun muss?

00:09:08: Oder können die das alle da oben?

00:09:10: Also wir bei Juri versuchen, und das ist eigentlich auch unser Standard.

00:09:14: Also unsere Experimente laufen vollautomatisch ab.

00:09:17: Das heißt, wir... brauchen keine Astronautenstunde für die Operations, also für die tatsächliche Durchführung der Experimente.

00:09:27: Das läuft alles vollautomatisch mit vor definierten Timelines.

00:09:31: Also, da werden so Schedules eingeprogrammiert, schon auf der Erde und getestet und die laufen dann vollautomatisch ab.

00:09:38: Das heißt, der Astronaut nimmt grundsätzlich entweder das Experiment noch entgegen und baut es in den Brutkasten ein, also steckt es nur noch ein.

00:09:49: und drückt sozusagen auf.

00:09:51: Aber mit unseren eigenen Apparaturen, und wir haben jetzt gerade die erste oben im Alp auf dem Jungfernflug, unseren eigenen Brutkasten sozusagen, also ein Inkubator, und mit dem würde der Astronaut gar nichts mehr machen müssen.

00:10:06: Das heißt, wir haben alles eingebaut in diese Anlage, die ist sozusagen auf der in der Kapsel schon eingebaut auf der Rakete und bleibt da die ganze Zeit, kommt wieder mit runter.

00:10:17: Und sozialen läuft vollautomatisch durch von Anfang an.

00:10:19: Und man kann diese Timelines, diese Pläne vorprogrammieren.

00:10:23: Man kann aber auch über eine Kommunikation die Sachen noch verändern.

00:10:28: Das heißt, man kann es von der Erde direkt steuern, aber auch beobachten.

00:10:32: Das heißt, man kriegt Daten.

00:10:34: Also immer, wenn man eine Verbindung hat, kriegt man auch die Daten und kann es dann auch steuern.

00:10:38: Stark.

00:10:39: Und ich sag mal so, habt ihr dann, sagen wir mal, Aufträge, ist euer Auftragsbuch da gut gefüllt?

00:10:47: Oder wie darf man sich das vorstellen?

00:10:48: Gibt es da viele, die mit euch als Labor in den Weltraum wollen, um versucht

00:10:53: zu machen?

00:10:56: Ja, zur Zeit sind wir... Sehr gut gebucht, sag ich mal, wenn man das so sagen kann, weiß ich auch, wenn man das so sagt.

00:11:04: Also, unsere Großauftragnehmer sind vorrangig Raumfahrtagenturen.

00:11:09: Also, wir arbeiten viel mit dem DLR, also, Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik.

00:11:13: Wir arbeiten auch mit der ESA.

00:11:15: Wir arbeiten auch direkt mit der NASA oder auch mit amerikanischen Firmen.

00:11:18: Aber vorrangig Europa, aber auch Asien, Australien, Japan.

00:11:25: Aber es sind meist tatsächlich Institute oder Agenturen, die öffentliches Geld benutzen, um Wissenschaft Basic Experimente zu fliegen.

00:11:36: Und wir haben bisher, also wir würden eigentlich lieber noch mehr kommerzielle Aufträge annehmen.

00:11:43: Es wäre noch immer mehr, aber die Volumina sind halt noch kleiner als von den Agenturen.

00:11:47: Das heißt im Moment fliegen wir viel Agenturen und da haben wir gerade Gut Aufträge drin.

00:11:56: Also wir kommen ja schon ein bisschen in die Richtung, dass das ja schon auch ein finanzieller Aufwand ist.

00:12:02: Also so ein Flug da.

00:12:05: Kannst du ein bisschen darüber sprechen, was so eine Mission für euch, was das so ein Wert hat.

00:12:11: Und ich glaube, er fliegt drei, vier mal im Jahr, hast du gesagt.

00:12:14: Ja, das kann ich gar nicht so ganz.

00:12:17: Man kann natürlich Preise sagen, aber es kommt natürlich immer drauf an.

00:12:21: Wir haben ja diesen Brutkasten oder unsere Anlage neu gebaut.

00:12:25: Da passen grundsätzlich fast vierzig Minilabore rein.

00:12:30: Das heißt, man kann theoretisch, wir sagen immer, drei, vier Wissenschaftler fliegen.

00:12:36: Das heißt, jeder mit so circa zehn Experimenten.

00:12:40: Und dann sind ein paar in der ANG-Kontrolle und die meisten dann in Schwerelosigkeit.

00:12:46: So eine volle Mission, die ist dann schon nicht ganz billig.

00:12:52: Und ja, also

00:12:54: wie finanziert sich das, Maria?

00:12:55: Darf man das fragen?

00:12:56: Wie habt ihr, und das ist ja auch das, ich sag mal, vielleicht für andere Gründe, wie habt ihr das gemacht, so aus dem Stand raus?

00:13:03: und dann seid ihr, ihr musstet ja auch irgendwie Investoren finden oder wie habt ihr das gemacht?

00:13:09: Ja,

00:13:09: das ist, also Finanzierung ist natürlich immer so eine Nummer und grundsätzlich läuft es immer besser, auch in Deutschland und Europa.

00:13:16: Man hat viele Möglichkeiten.

00:13:20: Staatkapital tatsächlich auch einzusammeln, also über Grants, also Gelder vom Land, vom Staat gibt es ein paar Förderprogramme, wo man rein kann.

00:13:31: Wir zu unserer Zeit hatten da nicht ganz so viel Glück.

00:13:34: Also wenn man von der Uni kommt, gibt es tolle Programme, wo man reinkommt.

00:13:37: Wenn man aus einem Betrieb oder aus einer Corporate rauskommt, gibt es gar nicht so viele Programme, wo man reinkommt.

00:13:43: Das heißt, wir haben tatsächlich, es gibt diese ESA-Bigs in jedem Bundesland, die geben in Deutschland glaube ich, twenty-fünftausend.

00:13:52: Am Anfang für so kleinere Sachen.

00:13:54: Das heißt, man kann mal anfangen.

00:13:55: Wir haben tatsächlich einen Kredit aufgenommen.

00:13:57: Einen privaten Kredit.

00:13:59: Tatsächlich, ja.

00:14:00: Und haben dann aber auch, als wir dann in diese Start-up-Szene so reinrutschten von mehreren Leuten gehört.

00:14:05: Was?

00:14:06: Warum

00:14:06: habt ihr einen Kredit eigentlich?

00:14:09: Ja, die haben gesagt, das macht man nicht.

00:14:10: Dann haben wir gesagt, wir hatten kein anderes Geld.

00:14:13: Du brauchst natürlich ein Startkapital.

00:14:16: Wir haben kreditaufgenommen, aber haben auch über ESA BIG das Problem.

00:14:22: Wir kamen raus oder hatten nicht Probleme.

00:14:24: Wir hatten eigentlich das Glück, wir hatten direkt ein Netzwerk und quasi sind wir mit laufenden Aufträgen gestartet.

00:14:32: Wir hatten direkt einen Auftrag an der Hand mit der ESA damals, relativ groß.

00:14:37: Und nur deswegen, glaub ich, sind wir auch raus, weil wir diesen Auftrag hatten.

00:14:40: Aber das haben wir auch recht schnell gelernt.

00:14:42: Wenn man nicht einen unterschriebenen Vertrag hat, ist der einfach nichts wert.

00:14:47: Also der ist dann ziemlich, wir sind raus und haben gekündigt, haben unsere eigenen Sachen gemacht und dann ziemlich bald ist dieser Vertrag einfach geplatzt.

00:14:55: Nicht wegen uns und auch nicht wegen der Agentur, wegen irgendwelchen anderen Gründen.

00:14:58: Aber so ist es halt.

00:15:00: Und dann kam Corona dazu.

00:15:01: Also es kamen so mehrere Sachen gleich am Anfang und wir haben ziemlich schnell gelernt.

00:15:05: dass man besser auch ein Plan B und Plan C immer gleich dabei hat.

00:15:09: Und ja, wir haben es irgendwie geschafft und hatten, wie gesagt, andere Möglichkeiten, wo wir einfach mit Aufträgen direkt auch finanzieren konnten und haben dann aber auch irgendwann tatsächlich mit im Restaurant gesprochen und haben ein paar kleinere Runden gemacht und haben auch Gelder eingesammelt und sind jetzt ganz gut finanziert, aber vorrangig wirklich durch laufende Aufträge.

00:15:34: Ja, wunderbar.

00:15:35: Das heißt, ich sage mir so, normalerweise stelle ich immer gerne die Frage, was würdest du rückblickend anders machen?

00:15:42: Das heißt, also du würdest selber immer mit privaten Kredit in so eine Start-up-Geschichte reingehen,

00:15:48: oder?

00:15:48: Weiß ich nicht.

00:15:48: Also bei uns, ja, also ich glaube, es ist einfach hochrisikohaft, mit einem eigenen Kredit reinzugehen.

00:15:54: Aber auf der anderen Seite kamen wir natürlich bei Investoren gut an, weil die gesagt haben, hey, wenn ihr so viel Arsch in der Hose habt, und da selber einen Kredit aufnimmt, dann glaubt ihr auch dran und dann sagt ihr auch, also den Drive und Volta und macht auch und dann wir glauben auch, dass ihr es nicht einfach fallen lasst, sondern dass ihr dann auch dahinter steht.

00:16:13: Also es kam bei anderen natürlich schon auch gut an.

00:16:16: Die haben uns das geglaubt.

00:16:18: Ja stark, also echt coole Geschichte.

00:16:20: Und was würdest du zurückblickend bezeichnen?

00:16:23: Was war so die schönste Phase?

00:16:26: Kann man da auch mal entspannen?

00:16:30: In Deutschland sagt man ja selbst und ständig.

00:16:32: Also so ist es auch ein bisschen... Also das Schöne, glaube ich, ist, muss ich sagen, und wir sind jetzt ja nur noch zwei Co-Founder, also ich hab den Christian Bruderek an meiner Seite und am Anfang waren wir wie gesagt sogar vier und es ist unheimlich befreiend und erleichtert, wenn man weiß, dass da jemand ist, mit dem kannst du teilen, kannst du Entscheidungen auch zusammen treffen.

00:17:00: Du musst nicht alles allein entscheiden und du musst auch nicht alles allein tragen und verantworten.

00:17:06: Und das ist natürlich unheimlich schön und da hatten wir auch echt viele schöne Momente und wir kommen natürlich rum.

00:17:12: Also wir reisen viel, obwohl ich jetzt immer schon versuche nicht mehr so viel zu reisen.

00:17:15: Das ist echt auch anstrengend.

00:17:17: Aber das Schönste war, glaube ich, wir haben am Anfang alles selber gemacht.

00:17:20: Also wir haben Finanzen, wir haben Recruiting, wir haben Buchhaltung.

00:17:24: Also, es sind so Sachen, die lernt man in einem technischen Studium ja nicht.

00:17:28: Also, da muss man da irgendwie auch rein und durch.

00:17:29: Und wir haben die ganze Zeit gedacht, oh Gott, das will, man können wir endlich wieder in dem arbeiten, was uns gefällt.

00:17:34: Und können wir diese Buchhaltung und diese Sachen alle auch.

00:17:37: Und als wir dann die ersten Leute eingestellt haben, auch für die Crossfunktionen, das war echt schön.

00:17:43: Also, das war so, oh, wir sind jetzt ein Team, wir haben eine richtige Firma und wir haben Leute, die sowas dann machen.

00:17:49: Also, das fühlte sich richtig gut an.

00:17:51: Klasse, hast du da aus dir Phasetipps und Learnings für andere, die sich auf dem Weg machen und gründen wollen?

00:18:00: Also wir haben tatsächlich am Anfang einen Steuerbüro gehabt, was sehr Start-up-Affin war, also mit jungen Leuten auch wirklich innovativ zusammengearbeitet hat und der hat uns unheimlich geholfen, einfach weil, also ich weiß nicht, wer jetzt zum Beispiel an Atom in München studiert.

00:18:20: Da sind viele, die auch haben auch so ein Businessverständnis, kriegen das mit.

00:18:24: Ich hatte das nicht.

00:18:24: Ich musste mich in alles irgendwie reinarbeiten und wir hatten dann mit diesem Steuerberat, der jemand an der Hand, der da wirklich uns auch gute Ratschläge gegeben hat und wirklich unterstützt hat.

00:18:33: Das heißt, es gibt, also einfach mit anderen Start-ups, mit anderen jungen Firmen sprechen, wie die das machen, weil jeder die gleichen Probleme zu lösen am Anfang.

00:18:42: Das heißt, dieses Netzwerk ist unheimlich wertvoll, wenn man da sich so ein Netzwerk aufbauen kann.

00:18:48: Und nochmal ein bisschen zurück, sag mal, du wolltest du selber mal in den Weltraum, wenn du in der Szene bist, hast du immer geträumt, ein Astronaut hin zu sein?

00:18:58: Also ich träume es immer noch.

00:19:00: Die meisten Astronauten sind tatsächlich irgendwie ab fünfzig, sechzig aufwärts.

00:19:04: Das heißt, man denkt immer, die sind alle super jung, sind sie gar nicht.

00:19:07: Gerade die Amerikaner sind da recht.

00:19:10: im fortgeschrittenen Alter.

00:19:11: und ja, also ich wollte immer ins Weltall und ich wollte immer Astronautin werden und ich will das auch noch, also wenn ich nochmal die Chance kriege, würde ich da nicht nein sagen.

00:19:21: Also ich habe mich bei der ESA schon beworben, ich habe mich damals bei die erste deutsche Astronautin beworben, von der Claudia Kessler, die Kampagne und bin super froh aber auch, dass wir jetzt letztes Jahr dann die erste deutsche Astronautin endlich geflogen sind.

00:19:36: War der mit dabei mit dem Labor?

00:19:38: Wir waren da auf dem Flug nicht dabei, also das war ja auch keine deutsche Mission, da war DLR ESA gar nicht mit dabei und wir zwei nur eine kurze Crewmission waren auch leider noch nicht dabei mit der.

00:19:52: Und was ich sage mal, in welchem Zeitraum denkst du, dass es mal möglich sein wird im Weltraum?

00:20:02: Also ein Labor zu haben und dann in die Herstellung zu gehen.

00:20:06: In welchen Dekaden oder in welchen Zeiträumen denkt ihr?

00:20:09: Oder darf man da denken?

00:20:11: Also das ist glaube ich gar nicht so weit weg.

00:20:14: Produktion, dass es wirklich lukrativ ist, ist vielleicht noch ein paar Jahre hin.

00:20:18: Aber wir selber zum Beispiel mit Juri fliegen nächstes Jahr unseren drei-D-Bio-Drucker.

00:20:25: Also wir arbeiten gerade an einem eigenen drei-D-Bio-Drucker und das wird auch der erste komplexere drei-D-Bio-Drucker sein im All und wollen dann mit ersten Vorversuchen.

00:20:36: Wir planen jetzt auch gerade mit dem DLR schon erste Mission, dann aber tatsächlich in auch eine Herstellung und Herstellungsmodus gehen.

00:20:44: Stark.

00:20:45: Wie wichtig, denke ich, ist für euch und auch, sag ich mal, für Deutschland so ein Unternehmen wie Issa Aerospace?

00:20:55: Unheimlich wichtig.

00:20:57: Also die politische Situation auf der ganzen Welt, und ich will da gar nicht in die Politik reingehen, aber ist ja wirklich gruselig.

00:21:10: um es mal so auszudrücken.

00:21:12: Oder einfach so variabel.

00:21:14: Und das haben wir in den letzten Jahren auch in der Raumfahrt einfach festgestellt, dass es richtiges kommerzielles Geschäft noch nicht oder gar nicht gibt.

00:21:24: Das heißt, es gibt kommerzielle Anbieter, mit denen wir auch ins All kommen.

00:21:29: Aber wenn es knall auf Fall kommt, wenn irgendwas passiert, wenn irgendwelche Flüge abgesagt werden oder oder oder, dann ist sich immer jeder der nächste.

00:21:37: Das heißt, Die Staaten, die das organisieren, würden dann auch zuerst fliegen.

00:21:41: Das heißt, wenn wir mit Amerikanern fliegen, es hält America first.

00:21:45: Das heißt, einen Autonomer- und Autarkerzugang zum All.

00:21:51: Und ich rede jetzt gar nicht von Defense gründen, weil da wir einfach sehr, sehr fern sind, aber ist einfach sehr wichtig.

00:21:57: Und Firmen wie Ease Aerospace oder Rocket Factory Augsburg oder High Impulse oder wie es all heißen mit ihren Raketen sind.

00:22:06: für Deutschland, für Europa sehr wichtig, aber natürlich auch die Rückkehrmöglichkeiten.

00:22:11: Also die Kapseln, die wieder zurückkommen, sind gerade auch für uns sehr wichtig, weil wir natürlich eine Produktion, das heißt auch immer wieder zurückbrauchen, das heißt wir brauchen einen Return.

00:22:21: Aber es ist natürlich auch nicht, also die Firmen sind unheimlich wichtig, die trauen sich viel, das ist einfach ein Zugang zum All und dann die Return und dann natürlich Firmen wie wir, die einfach auch einen einen Business generieren, die Zahlen der Kunden bringen, die dann die Payload sozusagen bringen.

00:22:38: Und mit wem außer momentan SpaceX könntet ihr fliegen?

00:22:43: Habt ihr Alternativen?

00:22:47: Ne.

00:22:48: Also wir fliegen tatsächlich ausschließlich mit SpaceX.

00:22:51: Also wir haben verschiedene Implementationspartner, die bringen uns aber alle auf SpaceX Raketen.

00:22:57: Nein, stimmt gar nicht.

00:22:58: Es gibt noch Nos-of-Gwamen.

00:23:00: Das sind auch Amerikaner mit Raketen, die fliegen, die sich aber zur Zeit auch bei SpaceX einkaufen, weil die Triebwerke in der Ukraine hergestellt werden.

00:23:11: Und da gibt es jetzt gerade natürlich Engpässe.

00:23:13: Das heißt, die kommen an ihre Triebwerke nicht ran.

00:23:15: Und deswegen fliegen die auch mit SpaceX.

00:23:18: Und das sind halt die einzigen im Moment, die wirklich zur ISS fliegen.

00:23:22: Also es gibt andere Raketen, die entweder nicht ganz so hoch fliegen oder wie die Ariane, die die Vorrangig für Satelliten gebaut sind, das heißt die lassen die Satelliten raus und kommen gar nicht wieder zurück und gehen auch nicht zur ISS.

00:23:35: Okay, das heißt dann würde euer Labor nicht zurückkommen, dann würde das...

00:23:40: Genau, entweder nicht zurückkommen oder gar nicht erst zur ISS

00:23:43: kommen.

00:23:44: Und die ISS ist für euch aufgrund der Schwerelosigkeit.

00:23:47: Ich glaube, da haben wir jetzt gar nicht so drüber gesprochen, aufgrund dieser Mikrokravitation so wichtig.

00:23:51: Ja, also man könnte das schon auch auf Satelliten kreieren.

00:23:55: Also Schwerelosigkeit ist dann ja auch überall.

00:23:57: Aber dann ist ein Return, dann ist eine Rückkehr halt sehr schwierig.

00:24:00: Das heißt, man braucht schon entweder einen Free Flyer, das heißt eine Rakete mit einem Spaceship.

00:24:07: um die Erde ein paar Mal rumdreht und wieder zurück kommt oder halt einen Transporter, der zu einer bestehenden Station geht und von da wieder mit zurück kommt.

00:24:18: Okay, klasse.

00:24:20: Und Maria, was würdest du machen, wenn du nicht in dem Business wärst?

00:24:24: Oh je.

00:24:26: weiß ich nicht.

00:24:27: Ich glaube, ich hätte einen kleinen Blumenladen der Kekse mitverkauft oder sowas.

00:24:30: Irgendwas.

00:24:31: Keine Ahnung.

00:24:31: Es wird noch mehr reisen.

00:24:33: Privat.

00:24:34: Ganz langsam mit Schiff und Bahn oder sowas.

00:24:37: Also, wenn die Kekse so gut sind in deinem Blumenladen wie die heute hier bei euch, bei Yuri, dann ist das eine Sensation.

00:24:43: Also, muss dazu sagen, wir waren hier heute bei Kaffee und Kuchen eingeladen und Kekse, ich glaube von der Schwiegermammer, die waren ein Traum.

00:24:50: Maria, die waren ein Traum.

00:24:51: Super.

00:24:52: Gut zu wissen.

00:24:53: Das gebe ich weiter.

00:24:55: Wie stellst du dir die Zukunft vor in Deutschland in zehn bis fünfzehn Jahren?

00:24:59: Und wo glaubst du, dass Jury steht in zehn bis fünfzehn Jahren, Maria?

00:25:03: Also die Zukunft Deutschland oder Europa, ich versuche auch immer, ich denke wirklich europäisch auch, ist auf jeden Fall so, dass wir einen starken, autarken, regelmäßigen Zugang zum All haben, dass wir eine Forschungsstation haben, die entweder europäisch ist oder mit europäisch besetzt ist, wo wir einfach einen Labor haben.

00:25:23: Und in unserem Fall ist es vor allem ein Forschungslabor, aber auch eine Produktionsstätte im in Schwerelosigkeit, um einfach die Kondition dort zu nutzen.

00:25:34: Und Yuri ist dann jemand, der dieses Labor stellt, das ganze Labor oder auch nur einzelne Ecken mit einzelnen Laborkammern oder Maschinen und dann wirklich auch mit Fabrikationsanlagen und hoffentlich Organe herstellt.

00:25:55: die ja dann auf der

00:25:57: Erde einfach

00:25:58: helfen, zum Beispiel auch bei Transpiration, dass man keine... Ja, dass man nicht auf eine Liste muss und dass man nicht Medikamente nehmen muss und diese ganze Geschichte.

00:26:08: For a better life, sozusagen.

00:26:10: Denkst du, ich werde das noch erleben, Maria?

00:26:13: Ganz bestimmt.

00:26:14: Also wir gehen davon aus, dass wir in fünf bis zehn Jahren die ersten Sachen gedruckt haben.

00:26:19: Das schwierige oder das dann noch mal langwierigere vielleicht mit noch mal zehn Jahren ist dann die... Die Zertifizierung, also wenn man soweit ist, dass man den Organ im All herstellen kann und ein Herz ist grundsätzlich was einfaches, weil es eigentlich nur ein Muskel ist.

00:26:34: Leber ist dann schon wieder echt kompliziert oder Niere.

00:26:37: Aber ein Herz ist recht einfach.

00:26:39: Ich glaube, dass wir das bald schon machen können, also die nächsten fünf bis zehn Jahre und dann braucht man sicher noch mal so lange, bevor man es auch in einem Mensch einpflanzen darf.

00:26:48: Und dann habe ich große Chancen, dass sie das noch erlebt, Maria.

00:26:50: Das

00:26:50: glaube ich, das sage ich ja.

00:26:53: Klasse.

00:26:53: Du, ich sag vielen Dank für deine Zeit.

00:26:55: Ich fand das heute mega auch die Unkompliziertheit, mit der wir bei euch begrüßt wurden.

00:27:01: Vielen Dank.

00:27:02: Danke, Petra.

00:27:03: War auch sehr

00:27:03: nett.

00:27:14: Vielen Dank an euch für das Zuhören.

00:27:16: Ich hoffe, es hat euch genauso viel Spaß gemacht wie mir.

00:27:19: Wenn ihr Fragen oder auch Anregungen habt, kontaktiert uns gerne direkt.

00:27:24: Wir haben wie immer die Kontaktdaten unten in die Shownauts gepackt.

00:27:28: Lasst mich an dieser Stelle auch erwähnen.

00:27:30: Der Podcast ist möglich durch meine Rolle als Direktorin bei Atreus.

00:27:34: Atreus ist eine Personalberatung für Interimmanagement und wir bieten Topmanager zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

00:27:42: Wenn auch ihr hier Themen habt oder Engpässe, dann kontaktiert mich gerne.

00:27:47: An dieser Stelle sage ich Tschüss und wünsche euch alles Gute, bis zum nächsten Mal.

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